Olympische Winterspiele «St. Moritz 2022» in Graubünden?

St. Moritz 2022 ? - Bei einem nationalen Vorentscheid am 11. August 2011 setzten sich Davos und St. Moritz mit 8:4 gegen die Bewerbung von Genf durch. Im Dezember 2011 wurde entschieden, dass die Bewerbung 2022 nicht mehr unter dem Namen Davos/St. Moritz laufen wird, sondern nur noch im Namen von St. Moritz (www.nolympia.de, 14.03.2012). Kandidaten für die Austragung sind derzeit Barcelona, St. Moritz, Lwiw und Oslo –> Wikipedia

Bündner Olympia-Kandidatur kostet 36 Millionen Franken
- Aufgebracht wird diese Summe zu je 33 Prozent vom Bund und Sponsoren. Den Rest finanzieren der Kanton Graubünden und die beiden Regionen (Die Südostschweiz, 13.08.2011)

Der Irrweg zurück in die olympische Zukunft -
Es fällt der Entscheid, mit Davos/St. Moritz statt mit Genf einen Anlauf für Olympia 2022 zu nehmen. Spiele allein in den Bergen haben heute aber keinen Sinn mehr. Dass die Schweiz den Gigantismus bekämpfen will, indem sie die Spiele aus den Städten und zurück in die Idylle kleinerer Wintersportorte bringt, ist aber unabhängig von den Wahlchancen beim IOK ein Irrweg (Tages-Anzeiger, 10.08.2011)

And the winner is ... the IOC! - Die Promotoren einer Kandidatur für Olympische Winterspiele 2022 betonen wiederholt, dass sie vom gegenwärtigen Gigantismus weg wollen und keine Ruinen in der Landschaft zurücklassen möchten. Seit 2001 mit dem Bewerbungsdossier «Davos 2010» wissen wir, dass das «International Olympic Committee» (IOC) nicht nur seine Verträge mit den Veranstaltern nach der willkürlichen Vergabe der Spiele abschliesst, sondern knallhart seine Rechte sichert und die Pflichten und Verantwortung den Austragungsorten überbürdet (Bündner Tagblatt, 12.01.2011).

Olympische Winterspiele «München 2018» - wie geht es weiter?

NOlympia macht weiter - Die Grundlagen haben wir mit dem Widerstand gegen München 2018 gelegt, und mit den Aktualisierungen begleiten wir jeden neuen Olympia-Versuch. Wir haben www.nolympia.org angemeldet und werden bei Bedarf mit unseren Schweizer Freunden Erfahrungen und Informationen austauschen.

NOlympia ! – Erleichterung über die Vergabe der Winterspiele – nicht nach «München 2018» - Wir sind erleichtert: Die Olympischen Winterspiele 2018 finden nicht in München und Garmisch-Partenkirchen statt! Am 6. Juli 2011 war der ganze «Hype» um «München 2018» und die Ablenkung von den tatsächlichen Problemen vorbei.

Initiative Transport Europe ITE
- Die ethische Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist die nachhaltige Entwicklung. Das IOC muss sich der Herausforderung stellen, dass die Ressourcen begrenzt sind. Solange die notwendigen Rahmenbedingungen für bescheidenere Spiele nicht erreicht sind, unterstützen wir den Widerstand gegen die Winterspiele. Einer Austragung der Spiele 2018 in den Alpen können wir nicht zustimmen (Brief von ITE an das IOC, 25.02.2011).

Nolympia 2018 enthält ausführliche Informationen über die ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen von Olympischen Winterspielen. Für die Bewerbung für die olympischen Winterspiele 2018 von München mit Garmisch-Partenkirchen, Gut Schwaiganger und Schönau am Königssee wurden die Auswirkungen auf Natur und Landschaft aufgezeigt anhand des Umbaus der Skipisten an der Kandahar für die Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen.

Die Kandidaturen für Olympische Winterspiele in «Zürich/Graubünden 2014» und in «Davos 2010»

Das Fest in Zürich, die Landschaftseingriffe in Graubünden -
Die Bündner Umweltorganisationen wehrten sich gegen eine Olympiade im 2014 in Zürich mit Graubünden zusammen, weil die für die Skirennen erforderlichen Eingriffe in Natur und Landschaft erfahrungsgemäss für sehr lange Zeit ökologische Schäden anrichten.

"Davos 2010": unökologisch und unverbindlich -
Auch beim dritten Anlauf der Bündner-Kandidatur wird im Olympia-Dossier «Davos 2010» die Nachhaltigkeit nur versprochen aber nie eingelöst. Die Eingriffe in Natur und Landschaft bleiben gross, auch wenn die Olympia-Promotoren versprechen, dass in erster Linie bestehende Infrastrukturen und Sportanlagen genutzt werden.


Informationen: Stefan Grass, Leiter des Komitees Olympiakritisches Graubünden, 0041 (0)81 250 67 22

Olympische Winterspiele «Vancouver 2010» hinterlässt Schulden

Fazit Vancouver: Nach den Spielen -
Jetzt kommt der nacholympische Alltag. Jetzt kommt der Zahltag. Sechs Milliarden kanadische Dollar wurden in die Winterspiele und die Infrastruktur investiert: Kapital, das nun für wichtige Aufgaben fehlt. Als erstes werden in Vancouver die Kultur-Subventionen um 90 Prozent gekürzt. Das Defizit beträgt nach Auskunft des Finanzministers von British Columbia 925 Mill. kanadische Dollar (rund 713 Mill. €), die die Stadt über Jahrzehnte zurückbezahlen muss – 17 Jahre Schuldendienst für 17 Feier-Tage.

Ähnlich war es in Nagano 1998, in Salt Lake City 2002 und in Turin 2006. Und Sotschi wird es noch übler treffen als Vancouver –> Siehe "Bisherige Erfahrungen mit Olympischen Winterspielen 1956 bis 2014"
Grundsätzlich waren die Gesamtkosten für die Vorbereitung und Austragung der Spiele immer viel höher, als das Budget vorsah, und Folgekosten für die Instandhaltung der Sportstätten, die Infrastruktur und für die Umweltschäden waren nicht eingerechnet worden.
Positionen zu ökologischen Auswirkungen von Sport-Grossveranstaltungen

WWF Schweiz zur Herausforderung von Grossveranstaltungen in der Schweiz:
Positionspapier 2001

VCS Verkehrs-Club der Schweiz zu Grossveranstaltungen in der Schweiz: Positionspapier 2002

CIPRA International gegenüber Wintersport-Grossveranstaltungen: Positionspapier 1998, aufbereitet von Stefan Grass im 2000

CIPRA Schweiz: Überlegungen 2002 zu Olympischen Winterspiele und
Medienmitteilung vom 19.11.2010: «Olympia-Fieber bedroht die Schweiz»

SAC Schweizer Alpen-Club: Überlegungen 2002 zu Olympischen Winterspiele
Die Olympischen Winterspiele «Turin 2006» waren für die Region ein Flopp

Olympia-Ruinen in Turin - Die olympischen Winterspiele 2006 haben der Stadt Turin zwar deutlich mehr Touristen gebracht, die kleinen Gemeinden in den Skigebieten profitieren heute jedoch kaum vom Olympia-Effekt. Die Sportstätten dämmern ungenutzt vor sich hin, ihr Unterhalt verschlingt jedes Jahr Millionen. Dies sorgt in Turin zunehmend für Kritik (TV-Sendung: 10vor10 von SF1 am 25.02.2010).

Die geplante Olympia-Pleite - Sportliche Grossveranstaltungen sind in den seltensten Fällen ökonomisch, geschweige denn ökologisch nachhaltig für die veranstaltende Region. Besonders negativ in Erinnerung dürften diesbezüglich aber die Olympischen Spiele in Turin bleiben (Die Südostschweiz vom 27.02.2006).

Der Profit siegt über die Vernunft - Die Alpentäler Val Chisone und Val Germanasca sind die Verlierer der Olympischen Spiele in Turin 2006 (Die Südostschweiz am 9.02.2006).
Studien zu ökonomischen Auswirkungen von Sport-Grossveranstaltungen

Jürg Stettler, Ökonomische Auswirkungen von Sportanlässen: Literaturstudie 2000 - Ohne Methodik, nur Olympische Winterspiele: Kurzfassung 2000 - zusammengestellt durch Stefan Grass

Jon Teigland
, Mega-Events und ihre Wirkung auf den Tourismus: Die Vorhersage und die Wirklichkeit der Olympischen Spiele in Lillehammer: Studie 1999 - auf deutsch übersetzt im 2000
Spiel mit dem olympischen Feuer

Die Schweiz will bescheidene Spiele – und das IOK?
(Sonntagszeitung, 21.11.2010)

Winter-Olympiade 2022: Wiederbelebungsversuche an einem toten Traum
(Walliser Bote, 11.12.2011)

Marco Blatter, der frühere CEO von Swiss Olympics:
«Eine Schuhnummer zu gross...» (Walliser Bote, 11.12.2011)