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STEK 2050: Viel Kritik und ein bisschen Lob

19.08.2021

Fachliche Mängel und zu wenig breit abgestützt – das Netzwerk «Chur mitgestalten» bemängelt so einiges am Churer Stadtentwicklungskonzept 2050.

Quelle: Frontartikel des Bündner Tagblattes am 19.08.2021: Vergrössern...

Moderne Baukultur. Jährliche Zunahme der derzeitigen Stadtbevölkerung von 0,75 bis 1,25 Prozent. Hohe Lebensqualität. Dies sind nur ein paar Schlagwörter aus dem Stadtentwicklungskonzept 2050 (Stek), dass die Churer Baudirektorin Sandra Maissen im Juni vorstellte. Doch das Netzwerk «Chur mitgestalten» hält wenig von grossen Tönen. Die breit abgestützte Allianz, von der SP Chur über WWF Graubünden zu Pro Velo Graubünden, teilte in einer gemeinsamen Medienmitteilung mit, dass sich beim genauen Lesen des Textes fachliche Mängel offenbaren würden. Diverse gute Ansätze seien zwar enthalten, aufgrund fehlender griffiger Massnahmen würden diese aber verpuffen.

Aus Sicht von «Chur mitgestalten» zeigt das Stek nicht auf, wie Chur die drängenden Herausforderungen unserer Zeit lösen will. «Unter anderem ging das Klimaziel 2050 des Bundes einfach vergessen und städtebaulich bleiben viele Probleme und Fragen offen.»

Verschiedene Akteure

Das Netzwerk fordert den Stadtrat zudem zu «echten Partizipationsprozessen» auf. «Dazu gehören die Beteiligung interessierter Akteure und unabhängiger Fachgremien.» Es brauche ausserdem auch eine ausgewogene Partizipation von Frauen, Jugend, Queeren, People of Color und Nicht-Stimmberechtigten. Gemeinsames Planen bringe nachhaltigere und breit abgestützte Lösungen hervor.

Churs Weiterentwicklung unter der Lupe

Das Netzwerk «Chur mitgestalten» kritisiert das Churer Stadtentwicklungskonzept 2050. Verbände, Organisationen, Fachleute und Parteien fordern Nachbesserungen. Vor allem bei den Klimazielen.

Von Pierina Hassler im Bünder Tagblatt und in der Südostschweiz

Anfang dieses Sommers hat die Churer Stadträtin Sandra Maissen an einer Informationsveranstaltung das Stadtentwicklungskonzept 2050 (Stek) vorgestellt. Für die nächsten 30 Jahre soll dieses definieren, wo künftig gewohnt, gearbeitet und die Freizeit genossen werden kann. Wichtigste Stichworte waren Lebensqualität, neue Schwerpunkte und Verdichtung (Ausgabe vom 15. Juni). Bis Ende August kann sich die interessierte Bevölkerung noch zum Konzept äussern.

Schon jetzt hat sich das Netzwerk «Chur mitgestalten» mit einer Stellungnahme gemeldet. Eine breite Allianz von Organisationen, Verbände, Fachleute und Parteien zerreissen das Konzept zwar nicht in der Luft, sie sagen aber: «Das Stadtentwicklungskonzept 2050 enthält gute Ansätze. Die mangelhafte Partizipation der Stadtbevölkerung, das Fehlen wichtiger Themen und widersprüchliche Massnahmen lassen diese jedoch verblassen.» Das Netzwerk fordert deshalb deutliche Nachbesserungen.

Mitwirkung der Bevölkerung

Zu «Chur mitgestalten» gehören die Freie Liste Verda, Klimastreik Graubünden, IG für lebendige Wohn- und Stadträume, der Verkehrsplaner Peter Hartmann, Pro Natura Graubünden, Pro Velo Graubünden, Sozialwerk LGBT+, SP Chur, VCS Graubünden, Verein Kulturraum Chur, Wohnbaugenossenschaft Bainviver Chur und der WWF Graubünden. Die gesammelten Rückmeldungen, weshalb das Stek nachgebessert werden muss, sind ausführlich. Deshalb fasst die «Südostschweiz» die wichtigsten Argumente kurz zusammen: Die Freie Liste Verda monieret, dass es im Stek auf wichtige Fragen nur vage Antworten gibt. Verda-Präsident Andi Schnoz schreibt: «Wie soll der Siedlungsraum Chur 2050 aussehen? Wie werden Frei- und Grünräume trotz Verdichtung gefördert? Welche Klimaziele verfolgt die Stadt Chur?» Sehr konkret seien hingegen Wachstumsziele und Bauprojekte. «Die Zukunftsstrategie für Chur wurde ohne Einbezug interessierter Kreise definiert», so Schnoz. Die Freie Liste Verda fordere aber eine echte Mitwirkung der Bevölkerung.

Mehr Gemüsegärten

Klimastreik Graubünden stellt klar, dass das Stek den Herausforderungen der Zukunft nicht gerecht wird. «Mit dem vorliegenden Konzept kann das Ziel netto-null 2050 in keinem Fall gerecht werden, geschweige denn 2030», schreibt Loris Niethammer vom Klimastreik Graubünden. Die Massnahmen im Verkehr seien unzureichend, nachhaltiges Bauen und Energie würden zu wenig oder gar nicht thematisiert. «Klimaschutz scheint für die Stadt eine untergeordnete Rolle zu spielen.»

Die IG für lebendige Wohn- und Stadträume Chur wünscht sie einen stärkeren Fokus auf die Bedürfnisse und Erlebnisräume der Bevölkerung. «Es braucht mehr Frei- und Begegnungsräume in den Quartieren», sagt Präsidentin Yvonne Michel Conrad. Gemüsegärten und Naturräume seien Mangelware. Das Stadtklima brauche Kühlung, Fussgängerinnen mehr Platz, so Michel Conrad.

Der bekannte Churer Verkehrsplaner Peter Hartmann will dem Auto im Stadtverkehr seine Grenzen setzen. Die Stossrichtung des Stek zur Mobilität gefalle zwar gut, sagt Hartmann. «Sie muss aber auch konsequent umgesetzt werden.» Dazu würden eine deutliche Reduktion des Autoverkehrs, die weitere Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Fuss- und Veloverkehrs gehören. «Sowie flächendeckendes Tempo 30 für mehr Sicherheit und weniger Lärm.»

Josia Orlik, Projektleiter bei Pro Natura Graubünden, will, dass der Stadtrat für das Stek Grundlagen für einen Aktionsplan Biodiversität Chur schafft. Die Artenvielfalt nehme auch in Chur dramatisch ab. «Die gute Nachricht: Wir können etwas dagegen tun», schreibt Orlik. Es brauche aber zusätzliche, qualitativ hochwertige für die Natur geschützte Flächen. Und eine flächendeckende Vernetzung von Lebensräumen.

Männliche Stadtbilder

Pro Velo Graubünden fordert betreffend Autoverkehr eine Abkehr von teuren Einzelmassnahmen hin zu einer generellen Bevorzugung des Velos auf allen Verkehrsachsen der Stadt Chur. «Die Förderung des Veloverkehrs wird im Stek zwar als wichtig beschrieben», sagt Geschäftsführer Simon Gredig. Konkrete Massnahmevorschläge, die über den Bau von Hauptachsen hinausgehen, würden aber fehlen.

Holger Niggemann vom Sozialwerk LGBT+ bemängelt, dass im Stek die Unterschiedlichkeit und Diversität der Bewohnerinnen und Bewohner vergessen gegangen ist. «Menschen sind Individuen. Eine Stadtplanung muss dem Rechnung tragen, denn bisher sind Stadtbilder immer noch weiss, heterosexuell, cis, männlich geprägt», so Niggemann.

Strategie zum Klimawandel

Wie wird bezahlbarer Wohnraum geschaffen? Wie wird der Langsamverkehr in Chur gefördert? Wie können die Frei- und Grünflächen erhalten bleiben? «In diesen Fragen gibt sich das Stek sehr bedeckt», schreibt die SP Chur. Co-Präsident Andrin Ehrler kritisiert, dass hingegen die Pläne für Wachstumsziele und Bauprojekte sehr konkret seien. Zudem sei das Stek ohne die Einbindung von interessierten Kreisen erstellt worden. «Für die SP Chur ist dies keine frühzeitige Partizipation.»

Für Stefan Grass vom VCS Graubünden anerkennt das vorgelegte Stadtentwicklungskonzept die akute Klimakrise und die nötigen Massnahmen zu deren Bewältigung nicht. «Der VCS fordert, im Stek bei der Mobilität aufzugeigen, wie die Strategie zum Klimawandel von Bund und Kanton umgesetzt werden», erklärt Grass.

Profitorientierte Investoren

Der Verein Kulturraum Chur findet es an der Zeit, in den Stadtquartieren Gemeinschafts- und Kulturzentren für alle Bewohnerinnen und Bewohner zu realisieren. Im Stek werde die Schaffung zwar angedacht, planerische Verortungen und bauliche Massnahmen würden aber fehlen. Präsident Stefan Parpan sagt: «In den letzten Jahren wurden zahlreiche städtische oder kantonale Freiflächen und -räume durch profitorientierte Investoren in teuren Wohnraum umgewandelt.»

Die Wohnbaugenossenschaft Bainviver schätzt, dass im Stek der Sinn von günstigem Wohnraum und lebendigen Quartieren betont wird. «Zur Konkretisierung dieser Ziele schlagen wir die Förderung von gemeinnützigem Wohnungsbau, die Erweiterung des dezentralen Freiraumangebots und die Stärkung der Siedlungsökologie vor», schreibt Vorstandsmitglied Cornelia Bischoff.

Städte seien für den Klimaschutz zentral, findet schliesslich WWF-Graubünden-Geschäftsführerin Anita Mazzetta. Nach dem Nein zum «CO2»-Gesetz würden mehrere Schweizer Städte auf ambitionierte Klimaziele setzen und ihre Stadtentwicklung darauf ausrichten. Im Stek 2050 der Stadt Chur würde man keine Klimaziele finden.

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