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Luisa Neubauer, geboren 1996 in Hamburg, ist eine der Mitorganisator:innen von Fridays for Future und in den Medien die prominenteste Vertreterin der deutschen Bewegung. 2018 lernte sie bei der UN-Klimakonferenz die schwedische Schülerin Greta Thunberg kennen und startete zusammen mit anderen Aktivist:innen die Bewegung in Deutschland. Seitdem traf Luisa Neubauer diverse Staats- und Regie-rungschefs, und nahm an der Weltklimakonferenz in Madrid und dem Weltwirt-schaftsforum in Davos teil.

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Leben mit dem Klimawandel

Wenn wir ehrlich sind, haben wir den Kampf längst verloren: Wir werden den Klimawandel nicht mehr aufhalten und mit drastischen Umbrüchen leben müssen. Gert Scobel diskutiert mit Gästen.

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Auf den Spuren der Klimaforschung

Hitze, Dürre, Stürme und Fluten – das Wetter scheint weltweit wild geworden zu sein. Was sind die Ursachen? Nur wissenschaftliche Fakten geben das Rüstzeug für ein verantwortungsvolles Handeln in der Zukunft.

Aktionsplan Green Deal für Graubünden

04.10.2021

Im August 2021 hat die Bündner Regierung den Aktionsplan Green Deal veröffentlicht. Der Plan soll aufzeigen, wie der Kanton seiner Verantwortung zur Eindämmung der Klimakrise gerecht werden will. Die Klimabewegung hat ihre Meinung zum Plan in einem Positionspapier festgehalten.

Grundsätzlich zeigt sich die Klimabewegung Graubünden erfreut, dass die Regierung erstmals einen Plan mit konkreten Massnahmen zur Eindämmung der Klimakrise ausgearbeitet hat. Dennoch ist sie enttäuscht, dass sich die Regierung der existenziellen Bedrohung durch die Klimakrise nicht bewusst zu sein scheint. Den Erkenntnissen des Weltklimarats wird im Green Deal kaum Rechnung getragen.

Dies zeigt sich bereits bei der grundlegenden Zielsetzung, auf welcher der Plan aufbaut. Der Kanton strebt seine Klimaneutralität bis 2050 und somit 20 Jahre zu spät an, und gibt damit bewusst die Einhaltung des 1.5-Grad-Ziels auf. Die Budgetierung, welche die Grundlage des Plans darstellt, basiert auf einer nicht verantwortbaren Berechnung des verbleibenden Emissions-Budgets.

Für die Klimabewegung Graubünden ist klar: Der Aktionsplan Green Deal muss zu einem Plan werden, der es mit der Abwendung einer Klimakatastrophe ernst meint. Und dazu reichen die aktuellen Bestrebungen bei weitem nicht aus.

«Der Kanton rechnet mit einem Emissions-Budget, das uns gar nicht zusteht. Wenn die Regierung der Ansicht ist, dass das 1.5-Grad-Ziel nicht mehr eingehalten werden kann, sollte sie zumindest versuchen, es nur knapp zu verfehlen.», sagt Agrena Schuler vom Klimastreik Graubünden.

Ein PDF unseres Positionspapiers finden Sie unten.

Aktionsplan Green Deal

Positionspapier Klimastreik Graubünden

Im August 2021 wurde der Aktionsplan Green Deal Graubünden veröffentlicht. Der Plan erarbeitet konkrete Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels im Kanton Graubünden. Grundsätzlich werden die Bemühungen der Regierung begrüsst, jedoch geht der Plan deutlich zu wenig weit und wird der Verantwortung Graubündens nicht gerecht.

CO2-Budget

Bereits bei der Berechnung des verbleibenden CO2-Budgets wurden Annahmen getroffen, die Graubünden ein zu hohes Budget zuteilen.

Indem das globale CO2-Budget proportional zur Bevölkerung auf die Schweiz heruntergerechnet wurde, geht verloren, dass die Schweiz und somit auch Graubünden bereits vor 1990 sehr viel höhere Emissionen zu verantworten hatte. Die nSchweiz konnte sich dadurch eine gute finanzielle Lage sichern und hat somit deutlich bessere Voraussetzungen, ein ambitioniertes Netto-Null-Ziel zu erreichen als viele andere Länder, die noch mitten in der Entwicklungsphase stecken. Der AGD  muss diese Verantwortung wahrnehmen und das Budget deutlich tiefer ansetzen.

  • Berücksichtigung der historischen Emissionen
  • Wahrnehmung der guten Ausgangslage und der damit verbundenen Verantwortung

Indirekte Emissionen

Der Green Deal befasst sich ausschliesslich mit den Emissionen, die auf dem
Kantonsgebiet ausgestossen werden. Tatsächlich machen diese aber nur 35% aller Emissionen aus, die der Kanton verursacht. Die restlichen Emissionen entstehen indirekt durch den Konsum von Importgütern aus dem Ausland. Im Plan werden zwar Sensibilisierungsmassnahmen bezüglich des Konsums angedacht, diese allein werden aber niemals dazu führen, dass zwei Drittel aller kantonal verursachten Emissionen wegfallen. Ausserdem führt die Ausklammerung von indirekten Emissionen dazu, dass Massnahmen wie beispielsweise die Förderung von Elektromobilität vorgeschlagen werden. Diese senken zwar die Emissionen, die direkt
im Kanton anfallen, verlagern aber die deutlich höheren Produktionsemissionen ins Ausland. Dadurch wird das Problem nicht behoben, sondern nur die Verantwortung abgeschoben.

  • Berücksichtigung der indirekten Emissionen bei der Budgetberechnung
  • Berücksichtigung der indirekten Emissionen bei der Massnahmengestaltung


Netto-Null-Ziel

Der IPCC setzt sich das Ziel, die Erderwärmung unter 1.5° C zu halten. Das hat zwei Gründe. Erstens birgt eine Erderwärmung von mehr als 1.5° C die Gefahr, dass die Klimaerwärmung zum Selbstläufer wird, weil dadurch diverse Kipppunkte ausgelöst würden, die zusätzliche Treibhausgase freisetzen.
Das 1.5 Grad-Ziel ist zudem eine moralische Abwägung: Wie vielen Menschen kann die Heimat und Lebensgrundlage genommen werden? Eine Erwärmung um 1.75 oder 2 Grad hat Folgen. Die Existenz von Millionen von Menschen würden aufgegeben werden, riesige Ökosysteme wie der Amazonas-Regenwald oder die Sahelzone zerstört. Das Risiko, dass die Klimaerwärmung unkontrollierbar wird, steigt mit einer  derartigen Erwärmung massiv.
Um die Erderwärmung unter 1.5° C zu halten, ist, wie im IPCC Bericht dieses Sommers beschrieben, die weltweite Erreichung von Netto Null 2030 notwendig. Im AGD wird dieses Ziel aber ausdrücklich aufgegeben.

Die Schweiz hat sich im Abkommen von Paris dazu verpflichtet, früher als bis ins Jahr 2050 CO2-neutral zu werden. Als Industrieland hat die Schweiz – wie bereits erwähnt – historisch mehr Emissionen verursacht als weniger entwickelte Länder.

  • Konsequente Einhaltung des 1.5 Grad-Ziel und des Pariser Klimaabkommens
  • Wahrnehmung der internationalen Verantwortung für Klimagerechtigkeit

Negativemissionen

Im AGD werden Massnahmen zur Entziehung von CO2 aus der Atmosphäre in Erwägung gezogen, sogenannte Negativemissionstechnologien (NET). Es ist allerdings hochgradig fahrlässig, sich beim Klimaschutz auf solche Technologien zu verlassen. Es ist fragwürdig, ob wir überhaupt technologisch im Stand sein werden, der Atmosphäre CO2 im nötigen Umfang zu entziehen. Pilotprojekte im Bereich CCS (carbon capture and storage) oder BECCS (Bioenergy with carbon capture and storage) verfehlen jährlich ihre Ziele: 2020 erreichten wir lediglich 2‰ der vor 20 Jahren
prognostizierten Menge an CCS-Negativemissionen.

Auch forcierte natürliche Negativemissionen wie Aufforstung oder beschleunigte Verwitterung bringen Nachteile mit sich. Oftmals ist unklar, wie gross die Wirkung tatsächlich ist und teilweise werden mit den Projekten ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht gebracht.

  • Konsequente Prüfung von NET und deren Wirksamkeit
  • Realistische Annahmen bei der Bilanzierung
  • NET lediglich als Notlösung

Wo stehen wir mit der Gletscher-Initiative?

Wir haben gute Nachrichten! Der indirekte Gegenvor-schlag wurde am 15.06.22 vom Nationalrat angenom-men und auch nicht verwäs-sert. Als nächstes stimmt der Ständerat im September über den Gegenvorschlag ab. Wir erwarten rasches Vorgehen, punktuelle Verbesserungen und keinerlei Abschwächun-gen des Gesetzestextes.

09.09.2022 Klima-demo in Chur

«Die Energiewende ist ein wichtiger Schritt zum 1.5°-Ziel. Doch auch in anderen Sektoren muss dringend gehandelt werden», sagt Gabriel Reiber, Mitglied des Organisationskomitees. Aus diesem Grund plant die Organisation am 9. Septem-ber bereits die nächste Kundgebung, an der sie den Verkehrssektor genauer unter die Lupe nehmen will.

In der Schweiz beträgt der Solarenergieanteil am sonst noch stark von Erdöl und Gas abhängigen Gesamtenergie-verbrauch nur 1.5%. Und das, obwohl Solaran-lagen an vielen Orten realisierbar wären. So verfehlen wir unsere Klimaziele – und verheizen uns buchstäblich unsere Zukunft.

System Change Bericht

Angesichts der aktuellen Wirtschaft, die ökologische und soziale Krisen verur-sacht, ist es höchste Zeit, sich ein neues System auszuden-ken. Die Gruppe "system change" arbeitet seit Monaten an der Formulie-rung von Vorschlägen für eine konkrete, ökologische und demokratische Alternative zum aktuellen Wirtschaftsmodell. Diese Arbeit hat zu einem Bericht geführt, in dem Ideen für aktuelle Alternativen detailliert beschrieben werden.