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Es summt und brummt immer weniger

08.09.2021

Vielfalt und Grösse der Insektenbestände nehmen ab – im Mittelland, im Jura und in den Alpen. Das legen Biodiversitätsforschende in einer umfassenden Synthese des vorhandenen Wissens dar.

von Stephanie Schnydrig

Die Situation sei insgesamt besorgniserregend, wie die Forschenden im vom Forum Biodiversität der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz veröffentlichten Bericht schreiben. Bei vielen Insekten seien die Bestände inzwischen auf einem bedenklich tiefen Niveau angelangt: «Das langfristige Überleben der betroffenen Arten und damit auch die Erbringung ihrer Ökosystemleistungen sind damit in Frage gestellt», heisst es im Bericht, der am Dienstag den Medien präsentiert wurde.

Zu diesen von Insekten bereitgestellten Dienstleistungen an den Menschen gehören Blütenbestäubung, die Verbreitung von Samen und biologische Schädlingsbekämpfung. Insekten bilden auch die Nahrungsgrundlage vieler Fische und Vögel, tragen zum Abbau von abgestorbenem Pflanzenmaterial bei und führen so dem Boden Nährstoffe zurück.

Der ökonomische Wert der Insekten sei kaum abschätzbar und an viele Dienstleistungen lasse sich kein Preisschild hängen, sagte der Ökologe und Präsident des Forums Biodiversität, Florian Altermatt, im Gespräch.

Spezialisten unter Druck

Fast 30 000 Insektenarten in der Schweiz sind aus der Literatur bekannt, Schätzungen zufolge dürfte es sogar 44 000 bis 60 000 Insektenarten hierzulande geben. Derzeit sind in Roten Listen 1153 Arten bewertet, von denen fast 60 Prozent als gefährdet oder potenziell gefährdet gelten, 38 als in der Schweiz ausgestorben und 107 vom Aussterben bedroht.

Besonders gelitten in den letzten Jahrzehnten hatten demnach spezialisierte sowie kälteliebende Insekten, die etwa an Gewässern, Feuchtgebieten, Mooren, Trockenwiesen sowie in alpinen und subalpinen Zonen leben. Hauptgrund für den Rückgang: der nicht nachhaltige Umgang mit der Umwelt. Sei es durch intensive Landnutzung, Pestizide und Düngung, Strukturbereinigung, Zersiedlung, Lichtverschmutzung oder die Klimaerwärmung.

Arteneinerlei

Wärmeliebende und generalistische Insekten hingegen breiteten sich in den vergangenen 20 Jahren eher aus, etwa im Mittelland kamen sogar Arten hinzu, beispielsweise bei den Tagfaltern. Doch: Einerseits habe die Zunahme insbesondere dort stattgefunden, wo es lange Zeit einen Rückgang gab und die Zahl der Arten noch immer viel tiefer sei als noch Mitte des letzten Jahrhunderts, sagte Altermatt. Andererseits beobachte man zunehmend ein Arteneinerlei, da überall vermehrt dieselben Arten vorkämen.

Dass sich ergriffene Massnahmen positiv auf die Artenvielfalt der Insekten auswirken können, zeige das Beispiel des Waldes: Während dieser vor 50 Jahren noch intensiv genutzt wurde, setze man heute vermehrt auf Mischkulturen, lasse Totholz liegen und betreibe eine extensivere Waldnutzung. «Damit einher ging tendenziell eine Zunahme der Insektenvielfalt», sagte Altermatt.

Das 12-Punkte-Programm zur Rettung der Insekten

Mit den bisher in der Schweiz ergriffenen Massnahmen ist es nicht gelungen, das Schwinden der Insekten aufzuhalten. Biodiversitätsforschenden zufolge müssen die bestehenden Instrumente angepasst und ergänzt werden. Ein Überblick:

  • Hotspots: Für Insekten wertvolle Lebensräume verschwinden. Besonders in den Berggebieten beschleunigt sich dieser Trend. Die noch bestehenden Flächen müssten deshalb vor Zerstörung geschützt werden, was vor allem für Insektenhotspots ausserhalb von Schutzgebieten wichtig sei.
  • Lebensräume: Der Erhalt der Biodiversität soll auf mindestens einem Drittel der Landesfläche Priorität haben. Die Lebensräume sollen ausreichend gross und von guter Qualität sein sowie eine geeignete Verteilung und Vernetzung aufweisen.
  • Bewirtschaftung: Werden Bewirtschaftungs-und Erntetechniken wie Kreisel- und Fadenmäher, Silage, Laubbläser und Steinfräsen vermieden, fallen die Verluste bei Insekten geringer aus. Insekten profitieren unter anderem von gestaffelten Schnittzeitpunkten und Totholz in den Wäldern.
  • Artenförderung: Für diejenigen Insekten, für welche Schutzgebiete, eine Aufwertung der Lebensräume und eine insektenfreundlichere Bewirtschaftung nicht ausreichen und die gefährdet sind, braucht es gezielte Förderungsmassnahmen.
  • Pestizide: Der Einsatz besonders riskanter Pestizide, deren Emissionen sowie die behandelte Fläche sollen verringert werden.
  • Stickstoff und Phosphor: Tiefere Nutztierbestände seien der Schlüssel für geringere Stickstoffeinträge. Phosphor gelangt insbesondere durch Düngung in Böden und Gewässer.
  • Klimawandel: Der Klimawandel gilt als die weltweit drittwichtigste Ursache des Rückgangs der Biodiversität. Einige Insektenarten profitieren zwar von der Erwärmung, Spezialisten leiden jedoch – etwa weil Gewässer austrocknen oder Nahrung knapper wird.
  • Lichtverschmutzung: Nachtaktiven Insekten machen künstliche Lichtquellen zu schaffen.
  • Monitoring: Bisher fehlen systematische, grossräumige und langfristige Untersuchungen zu verschiedenen Insektenarten und -gruppen sowie die Erfassung der Insekten-Biomasse. Bestehende Monitoringprogramme sollten daher verstärkt werden.
  • Forschung: Die Insektenwelt ist nach wie vor nur unzureichend untersucht. Die Forschung soll intensiviert werden.
  • Wissen: Oftmals würden Insekten und ihre Lebensräume aufgrund von Ordnungseifer, fehlendem Interesse oder Unwissenheit beeinträchtigt und zerstört. Das Wissen um die Insektenwelt sollte deshalb unter anderem in den Mittelschulen, Berufs- und Fachhochschulen gefördert werden.
  • Neue Visionen: Dem Weltbiodiversitätsrat zufolge braucht es einen tief greifenden Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und weniger Ressourcenverbrauch. Biodiversität müsse in die Erarbeitung und Überprüfung von Gesetzen und Programmen in allen Bereichen einfliessen, biodiversitätsschädigendes Verhalten solle kosten und ebensolche Subventionen abgeschafft werden. (sda)


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