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Luisa Neubauer, geboren 1996 in Hamburg, ist eine der Mitorganisator:innen von Fridays for Future und in den Medien die prominenteste Vertreterin der deutschen Bewegung. 2018 lernte sie bei der UN-Klimakonferenz die schwedische Schülerin Greta Thunberg kennen und startete zusammen mit anderen Aktivist:innen die Bewegung in Deutschland. Seitdem traf Luisa Neubauer diverse Staats- und Regie-rungschefs, und nahm an der Weltklimakonferenz in Madrid und dem Weltwirt-schaftsforum in Davos teil.

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Leben mit dem Klimawandel

Wenn wir ehrlich sind, haben wir den Kampf längst verloren: Wir werden den Klimawandel nicht mehr aufhalten und mit drastischen Umbrüchen leben müssen. Gert Scobel diskutiert mit Gästen.

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Auf den Spuren der Klimaforschung

Hitze, Dürre, Stürme und Fluten – das Wetter scheint weltweit wild geworden zu sein. Was sind die Ursachen? Nur wissenschaftliche Fakten geben das Rüstzeug für ein verantwortungsvolles Handeln in der Zukunft.

Raus aus Putins Gas!

28.04.2022

Gas und Öl sind Kriegswaffen. Das wissen wir nicht erst seit dem Ukrainekrieg. Jetzt findet der Krieg aber nicht weit weg, sondern in Europa statt. Die Auswirkungen spüren wir hautnah. Die Energiepreise explodieren, Putin droht, den Gashahn zuzudrehen, und, was mich mehr schmerzt, mit jedem Liter Öl und jedem Kubikmeter Gas, die wir importieren, finanzieren wir Putin und seinen schrecklichen Krieg mit.

GASTKOMMENTAR ANITA MAZZETTA* ÜBER DEN ERDGASAUSSTIEG AUS RUSSLAND

So bezieht auch die IBC Chur 50 Prozent russisches Gas. Mit unserem fossilen Energiehunger heizen wir zudem unser Klima ein und leiten damit die nächste grosse Weltkrise ein.

Von heute auf morgen können wir die fossilen Heizungen nicht auf erneuerbare Energien umstellen. Leider hat die Politik es verpasst, rasch für klare Verhältnisse zu sorgen, die andere Investitionen begünstigt hätten. Die Ablehnung des CO2-Gesetzes hat die Politikerinnen und Politiker in ihrer Zurückhaltung noch weiter ausgebremst. Damit bleiben wir noch für Jahre abhängig von Kriegstreibern und Autokraten. Die Preise für Gas, Öl und Benzin übersteigen heute zudem bei Weitem die Preissteigerungen, die das CO2-Gesetz mit sich gebracht hätte. Das Geld fliesst aber in autokratische Länder, statt in die heimische Wirtschaft.

Es gibt aber Hoffnung. Mehrere Kantone haben strengere Energiegesetze beschlossen. Basel, Zürich, aber auch der Bergkanton Glarus machen vorwärts. Neue fossile Heizungen gibt es nicht mehr. Andere Kantone müssen folgen, auch Graubünden. Beim Ersatz der Heizungen müssen in Graubünden nur gerade zehn Prozent des Energiebedarfs erneuerbar gedeckt werden. Viel zu wenig. Der Green Deal ist zwar grundsätzlich beschlossen. Die entscheidenden Massnahmen muss der Grosse Rat aber erst noch beschliessen.

An Alternativen für die Gasheizungen fehlt es nicht. Im Churer Rheintal gibt es beispielsweise Unmengen an Abwärme. In der Green-Deal-Debatte hat der Gevag-Präsident mit Bedauern gesagt, dass die Kehrichtverbrennungsanlage nur die Hälfte der Abwärme nutzt. 220 GWh pro Jahr verpuffen ungenutzt. Das Gleiche gilt für das Biomassekraftwerk Tegra in Domat/Ems, das nochmals so viel Wärmeenergie produziert. Das ist ein riesiges Energiepotenzial. Die Stadt Chur braucht heute zum Beispiel für Heizungen und Prozesswärme gemäss Energierichtplan 330 GWh pro Jahr, die heute grossmehrheitlich fossil gedeckt wird. Worauf warten wir also? Mit einem Vorstoss im Gemeinderat Chur habe ich bereits 2019 eine Machbarkeitsstudie für die Abwärmenutzung verlangt. Bis heute liegt diese nicht vor. Der Kanton hat kürzlich zwar einen runden Tisch mit allen involvierten Playern angekündigt. Wichtig ist aber auch, dass die IBC die Fernwärme nicht als Konkurrenz zum Gasnetz ausbremst. Vielmehr braucht es auch eine Deinvestitionsstrategie für das Gasleitungsnetz. Aber auch die Gemeinden sind in der Pflicht. Kommunale und regionale Energierichtpläne würden für mehr Planungssicherheit sorgen.

Für die Energiewende spielt die Fernwärme eine zentrale Rolle. Gemäss «Weissbuch Fernwärme» könnten rund 40 Prozent der Gebäude in der Schweiz bis 2050 über thermische Netze geheizt werden. Der Nachholbedarf ist bei uns gross. Zu viel lokal vorhandene Abwärme verpufft jeden Tag ungenutzt in die Luft oder in den Rhein. Nun müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden, damit wir uns rasch aus Putins Fesseln befreien können.

* Anita Mazzetta ist Geschäftsleiterin des WWF Graubünden. Ihr Gastkommentar erschien im Bündner Tagblatt am 28.04.2022.

Wo stehen wir mit der Gletscher-Initiative?

Wir haben gute Nachrichten! Der indirekte Gegenvor-schlag wurde am 15.06.22 vom Nationalrat angenom-men und auch nicht verwäs-sert. Als nächstes stimmt der Ständerat im September über den Gegenvorschlag ab. Wir erwarten rasches Vorgehen, punktuelle Verbesserungen und keinerlei Abschwächun-gen des Gesetzestextes.

09.09.2022 Klima-demo in Chur

«Die Energiewende ist ein wichtiger Schritt zum 1.5°-Ziel. Doch auch in anderen Sektoren muss dringend gehandelt werden», sagt Gabriel Reiber, Mitglied des Organisationskomitees. Aus diesem Grund plant die Organisation am 9. Septem-ber bereits die nächste Kundgebung, an der sie den Verkehrssektor genauer unter die Lupe nehmen will.

In der Schweiz beträgt der Solarenergieanteil am sonst noch stark von Erdöl und Gas abhängigen Gesamtenergie-verbrauch nur 1.5%. Und das, obwohl Solaran-lagen an vielen Orten realisierbar wären. So verfehlen wir unsere Klimaziele – und verheizen uns buchstäblich unsere Zukunft.

System Change Bericht

Angesichts der aktuellen Wirtschaft, die ökologische und soziale Krisen verur-sacht, ist es höchste Zeit, sich ein neues System auszuden-ken. Die Gruppe "system change" arbeitet seit Monaten an der Formulie-rung von Vorschlägen für eine konkrete, ökologische und demokratische Alternative zum aktuellen Wirtschaftsmodell. Diese Arbeit hat zu einem Bericht geführt, in dem Ideen für aktuelle Alternativen detailliert beschrieben werden.