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Drama Klimaschutz - Warum Wissenschaft und Proteste scheitern

Es passiert zu wenig für den Klimaschutz - zu dieser Erkenntnis kommen mehrere Wissenschaftler und Aktivisten. Doch woran liegt das und wird es jemals besser? Ein Rechercheteam von MDR und HR begibt sich auf Spurensuche.

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Letzte Generation: Was darf Widerstand?

Die Klimaschutz-Bewegung greift zu drastischen Mitteln, die in der Bevölkerung nicht immer Zuspruch finden. Betreiben Klima-Akivist* innen die richtige Form des zivilen Ungehorsam?  Gert Scobel analysiert konstruktiv die aktuelle Diskussion.

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Keine Zeit fürs Klima: Moral im Zwiespalt

Richard David Precht trifft die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sie sprechen über Moral, Krieg und Klima-schutz. Und darüber, wie man optimistisch bleibt in schweren Zeiten. Für viele junge Leute spielen moralische Werte heute eine deutlich wichtigere Rolle als für frühere Generationen. Moralische Anschauungen werden eng verbunden mit sozialem, ökologischem, ökonomischem und politischem Handeln. All dies findet sich in der Klimafrage wieder: Was ist eine gerechte Politik und welche Haltung sichert der Menschheit ihr Überleben?

Stadtklima-Initiative: 2x Ja am 3. März

05.02.2024

Am 3. März wird in Chur über die Stadtklima-Initiative und einen Gegenvorschlag des Stadtrates abgestimmt. Die Initiative hat zum Ziel, die Lebensqualität in Chur zu bewahren. So fordert sie mehr Grünflächen, um die Bevölkerung vor den Folgen extremer Hitze zu schützen. Durch den Ausbau von Fuss- und Velowegen soll es zudem zu weniger gefährlichen Situationen im Strassenverkehr kommen. Der Gegenvorschlag anerkennt die Notwendigkeit dieser Massnahmen, verzichtet jedoch auf konkrete Fristen und Zielsetzungen. Die Initianten haben daher eine 2x-JA-Kampagne lanciert und empfehlen, bei der Stichfrage die Initiative anzukreuzen.

Kontakt: Selina Arquint
Kampagnenleiterin Stadtklima-Initiative
selina.arquint@gmail.com - 077 511 65 76

Artikel in der Bündner Zeitung und Link zum Video

Medienmappe zur Medienkonferenz vom 5.2.24

Selina Arquint:

Die Stadtklima-Initiative wurde von umverkehR in Zusammenarbeit
mit lokalen Organisationen in insgesamt zehn Schweizer
Gemeinden lanciert, so auch in Chur. Sie fordert eine Entsiegelung
von Strassenfläche zugunsten von mehr Grünflächen sowie
sichere Wege für den Fuss- und Veloverkehr. Konkret soll während
zehn Jahren jährlich ein Prozent der Strassenfläche in
Grünflächen oder sichere Fuss- und Velowege umgewandelt
werden. Am 3. März ist es so weit: Die Initiative kommt zur
Abstimmung. Der Stadtrat hat einen Gegenvorschlag präsentiert,
der ebenfalls vors Volk kommen wird. Werden beide Vorlagen
angenommen, entscheidet die Stichfrage, welche umgesetzt
wird. Wir Initianten und Initiantinnen haben eine 2x Ja-Kampagne
lanciert. Diese Kampagne dürfen wir Ihnen heute vorstellen.

Die Stadtklima-Initiative steht für eine Förderung der
Lebensqualität und mehr Sicherheit im Strassenverkehr. Mit
unserer Kampagne wollen wir weg vom Schwarz-Weiss-Denken.
Wir wollen vermitteln, dass die Kernanliegen der Initiative alle
Anwohnerinnen und Anwohner von Chur betreffen und dass wir
alle davon profitieren können. So bleibt Chur auch in Zukunft eine
attraktive Stadt für junge und ältere Personen, Familien und
Kleinkinder. Wir empfehlen daher, beide Vorlagen anzunehmen
und bei der Stichfrage die Initiative anzukreuzen.

Rosa Maria Zegg:

Letzten Sommer wurden in Chur ältere Menschen befragt, wie ihr
Bewegungs- und Alltagsverhalten sich an Hitzetagen äussere. Die
Antworten ergaben, dass sie an Hitzetagen ihren
Bewegungsradius stark verringern, dass sie z. B. bevorzugen, zu
Hause zu bleiben, um hinter verschlossenen Läden auf die
erhoffte Abendabkühlung zu warten. Welche dann ja auch häufig
nicht eintritt.

Die versiegelten Plätze und asphaltierten Strassen heizen sich am
Tage auf und geben ihre gespeicherte Hitze in der Nacht an die
Umgebung ab. Die Phase der Erholung während der Nacht wird zu
einer Phase der Qual.

Im Schatten eines Baumes können die Temperaturen zu denen
auf besonnten Plätzen um bis zu 20° variieren. Das Aufsuchen und
Sich – Aufhalten unter einem Baum an Hitzetagen könnten
Momente der Erholung bedeuten. Wenn jedoch der Gang in die
Stadt, das Einkaufen oder der Besuch eines Cafes zu einem
Saunaspaziergang werden, verzichtet man lieber darauf und
bleibt – auch der Gesundheit zuliebe – zuhause.

Aus den Antworten der älteren Menschen zeigt sich, dass es in
Chur zu wenig an schattenspendenden Trottoirs, Strassen und
Plätzen gibt.

Chur braucht mehr Bäume, mehr Grünflächen, mehr biodivers –
bepflanzte Inseln, Brunnen, Wasserspiele, freigelegte
Gewässer! (Nur um ein paar Beispiele aufzuzeigen)
Die Initiative setzt genau da an und hat ein klares Ziel: eine
grünere Stadt! Eine Stadt, die von vielen einladenden
Aufenthaltsorten geprägt wird, und wo Lebensraum entsteht für
gegenwärtige und zukünftige Generationen.

Simon Gredig:

Die Motivation für die Initiative ist so einfach wie erschreckend: Es
wird immer heisser. Ob wir wollen oder nicht: Wir müssen uns auf
diese neue Normalität einstellen.

Nur wie? Die Stadtklima-Initiative liefert dafür einfache
Lösungsvorschläge: Mit dem Ausbau von sicheren Fuss - und
Velowegen und mehr öffentlichen Räumen mit hoher
Aufenthaltsqualität wird die Stadt Chur attraktiver für den
Langsamverkehr. Dadurch vermindern wir nicht nur
Verkehrsunfälle, sondern schaffen auch die Möglichkeit, künftig
weniger oft auf das Auto angewiesen zu sein. Heute haben wir auf
der Kasernenstrasse täglich so viel Verkehr wie im Gotthardtunnel
– das muss nicht sein. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen:
Wenn die Infrastruktur stimmt, ist man gerne zu Fuss oder mit
dem Velo unterwegs. So entsteht ein Nebeneinander der
verschiedenen Verkehrsteilnehmer, das für alle Beteiligten
sicherer ist.

Diese Massnahmen haben nicht nur positive Auswirkungen auf
die Umwelt und die Sicherheit, sondern auch auf unsere
Gesundheit. Denn wie ein Blick auf die Lärmeimissionen zeigt, sind
gerade an den Hauptverkehrsachsen in Chur viele Anwohner
starkem Verkehrslärm ausgesetzt, der häufig die Grenzwerte
überschreitet. Das kann nachweislich zu Stress, Schlafstörungen
und anderen Gesundheitsproblemen führen. Die Initiative möchte
durch Verkehrsberuhigung die Situation für Anwohnende
verbessern.

Jetzt ist dafür der beste Zeitpunkt: Denn wir haben die einmalige
Chance, diese Veränderungen quasi beiläufig herbeizuführen. In
den nächsten Jahrzehnten wird fast das gesamte Churer Strassennetz
durch den Ausbau des Anergie-Wärmenetzes der IBC erneuert. Nach dem
Verlegen der Leitungen muss in jedem Fall wieder ein Belag eingebaut
werden. Und genau hier liegt der grosse Hebel: Mit schlauer Planung
sind wir in der Lage, ohne grossen Mehraufwand unsere Stadt fit für die
Zukunft zu machen. Packen wir die Gelegenheit und stimmen am
3. März JA zur Initiative.

Andi Schnoz:

Während als Hauptkritikpunkt der Stadtklima-Initiative
hinsichtlich der Übergangsbestimmungen angeführt wird, dass
sie hohe Kosten verursachen würde, muss berichtigend
festgestellt werden, dass bei einer Annahme der der Initiative a)
die Kosten tiefer als berechnet ausfallen und b) klimarelevante
und somit unvermeidliche bauliche Massnahmen durch die
Annahme der Initiative proaktiv und somit frühzeitig umgesetzt
würden. Dennoch gilt es selbstverständlich die finanzielle
Situation genau zu analysieren. Berechtigte Zweifel kommen
jedoch bei den veröffentlichten, geschätzten Kosten für die
Umsetzung der Stadtklima-Initiative auf:

1. Als Grundlage für die geschätzten Kosten wurde die
Referenzfläche teilweise grosszügig, um nicht zu sagen
fragwürdig gewählt. Dies führt zu einer künstlich erhöhten
Referenzfläche, was die Schätzung erhöht.

2. Zudem basieren die Schätzungen auf fragwürdigen
Massnahmen, welche zudem kostenintensiv sind. Der Ersatz durch
Steinplatten ist sicherlich nicht angezeigt, da sich diese ähnlich
stark erhitzen wie Asphalt. Zudem ist dieser Ersatz kostenintensiv.
Zirka 50% der geschätzten jährlichen Kosten gehen auf
ebendiesen Ersatz von Asphalt durch Steinplatten zurück.

3. Weiter ist eine Umsetzung der Stadtklima-Initiative weitgehend
ohne Restwertvernichtung möglich. Dies deshalb, weil infolge des
per Volksentscheid angenommenen Ausbau des Wärme- und
Kältenetzes der IBC, ein beträchtlicher Teil der Churer Strassen
saniert wird. Die Möglichkeit, dass die Strassen im Zuge dessen
nicht mehr wieder in gleicher Art asphaltiert werden, wird schlicht
nicht als Szenario aufgenommen.

Die Zahl der Hitzetoten in der Schweiz ist bereits heute doppelt so
hoch wie diejenige der tödlichen Verkehrsunfälle. Eine kürzlich
veröffentlichte Studie spricht von einer Zunahme von Hitzetoten
um 370% bis zur Jahrhundertmitte, wohlgemerkt für die Schweiz!

Prognosen und erste datenbasierte Fakten legen also nahe, dass
die Stadt so oder so Massnahmen wird ergreifen müssen, um mit
den Herausforderungen des Klimawandels umzugehen und ihrer
Pflicht des Schutzes der Bevölkerung nachzukommen. Die
Stadtklima-Initiative bietet jedoch die Möglichkeit, die
Massnahmen sowie den Ressourceneinsatz frühzeitig zu planen
und strategisch geschickt umzusetzen.

Auch wenn der Gegenvorschlag die Stossrichtung der
Stadtklima-Initiative bestätigt und wir ihn daher zur Annahme
empfehlen, fehlt ihm die Verbindlichkeit, da auf das Setzten von
konkreten Zielen verzichtet wurde. Es ist zu bedauern, dass der
Churer Stadtrat mit Blick auf die Dringlichkeit und Bedrohlichkeit
der Lage einen unverbindlichen Weg einschlagen möchte,
während verantwortliche Personen in anderen Städten (bspw. St.
Gallen und Genf) sich auch in Gegenvorschlägen zu
konkretisierten bspw. flächenbezogenen Zielsetzungen bekennen.

Johannes Meyer:

Wir spüren die Zeichen der Zeit, die Jahre werden wärmer, die
Städte werden heisser. Menschen leiden darunter – und es wird
schlimmer. Wir haben eine Infrastruktur, die uns vor den
Nebenwirkungen von Schnee und Eis im öffentlichen Raum
schützt (Pflüge, Salz, Kies, Schneefangvorrichtungen). Der gleiche
Gedanke ist auch im Sommer anwendbar. Und es ist glasklar,
was gegen Hitze hilft: Chur begrünen.

Das ist ein Anliegen von vielen. Wenn ich Leute frage, ob sie sich
eine grünere Stadt wünschen, sagen alle ja. Das liegt auch daran,
dass eine begrünte Stadt nicht nur klimatische Vorteile hat,
sondern auch attraktiver und behaglicher ist für Einwohnerinnen
aber auch Touristen.

Eine Stadt zu begrünen ist deshalb eine Pflicht und mit der
richtigen Einstellung eine Chance. Das sollte nicht Last, sondern
Lust sein.

Ich verstehe die Skepsis des Stadtrates gegenüber der
Stadtklima-Initiative. Denn sie zwingt zum Handeln. Dies ist auch
mit meiner eigenen liberalen Grundhaltung schlecht vereinbar.
Andererseits ist das Problem der Überhitzung seit Jahrzehnten
bekannt und auch, dass die Stadtklima-Initiative kommt, ist seit
fast zwei Jahren klar. Genug Zeit eigentlich für den Stadtrat uns zu
zeigen, dass er es ernst nimmt und Chur in eigener Initiative
grüner gestaltet. Aber in Anbetracht der Dringlichkeit sehen wir
hier zu wenig Aktivität. Und auch der Gegenvorschlag verpflichtet
kaum: Wenig zu tun, bliebe eine Option.

Nicht aber für uns! Deshalb müssen wir uns mit der Stadtklima-
Initiative auseinandersetzen und am 3. März die Weichen für ein
besseres Stadtklima stellen.

Barbara Rimml:

Im Frühjahr 2023 hat die Churer Stimmbevölkerung dem Kredit für
den Anergienetz-Ausbau der IBC Chur zugestimmt. Damit ist Chur
bezüglich konkreter Massnahmen zur Reduktion der
Treibhausgasemissionen bereits einen sehr grossen Schritt
vorwärts gegangen!

Leider zeigt aber die aktuelle Entwicklung und das zu langsame
Tempo der griffigen Massnahmen, dass wir in der Schweiz mit
höherem Temperaturanstieg zu rechnen haben als in andere
Regionen. Wir beobachten schon heute deutlich höhere
Durchschnittstemperaturen durch das ganze Jahr.
Im Sommer werden wir zukünftig häufiger Tropennächte und
längere Hitzeperioden erleben. Diese Entwicklung macht es
notwendig, dass wir nicht nur die Klimaerwärmung bekämpfen,
sondern auch Massnahmen ergreifen müssen, um uns den
bereits fortschreitenden Klimaveränderungen anpassen zu
können! Das eine darf nicht mit dem anderen verwechselt
werden, aber beides ist notwendig!

Die Stadtklima-Initiative ist ein weiterer Schritt in eine lebenswerte
Zukunft. Die Initiative fordert nicht das Unmögliche, sondern
versteht sich als erster kleiner Schritt, den wir in bereits geplante
Investitionen einbringen können. Und etwas muss noch einmal
klar und deutlich gesagt werden: die teure 1.8-Millionen-
Umsetzungsidee des Stadtrats mit dem Plattenbelag widerspricht
den Zielen der Stadtklima-Initiative. Es geht uns um Entsiegelung
und Abkühlung, Steinplatten sind keine Lösung. Statt Platten und
Asphalt wollen wir lebendige Erde mit Blumen, Büschen und
Bäumen – mehr Platz also für Mensch und Natur.

Biodiversitätsinitiative – Graubünden soll lebendig bleiben

Das Artensterben ist nicht nur hierzulande Fakt und hat fatale Folgen, deshalb kämpfen wir auch in Graubünden für ein Ja zur Biodiversitätsinitiative, die im September zur Abstimmung kommen wird.

Initiative eingereicht: Volk kann über Klima-fonds abstimmen

22.02.2023. Mit den Mitteln aus dem Klimafonds sollen künftig mehr Solarpanels gebaut, Gebäudesanie-rungen vorangetrieben, der ÖV ausgebaut und der Erhalt von Lebensräumen und der Artenvielfalt gefördert werden. SP und Grüne haben eine entsprechende Volksinitiative eingereicht. Die eidgenössische Volksinitiative «Für eine gerechte Energie- und Klimapolitik wird von einer Allianz von Umweltorgani-sationen und Gewerkschaf-ten unterstützt.

Referendum eingereicht: 100 000 Menschen wehren sich gegen den masslosen Autobahn-Ausbau

11.01.2024. Angeführt vom VCS Verkehrs-Club der Schweiz und umverkehR hat heute eine Allianz aus 29 Organisationen, Verbänden und Parteien das Referendum gegen den Autobahn-Bauwahn bei der Bundeskanzlei eingereicht.